Ereignisse im heiligen römischen Reich vom Interregnum bis zum Tode Kaiser Rudolf I. von Habsburg
1239
Kaiser Friedrich II. wird von Papst Gregor IX. am Palmsonntag (20. März) und dann nochmals und ausdrücklich am Gründonnerstag (24. März). Papst Gregor IX. warf dem deutschen Kaiser mehrere Verfehlung gegen die heilige Kriche vor und exkommunizierte in nicht nur für deren Gesamtheit sondern für jede Verfehlung einzelnd.1240
Im August erreichen europäische Könige und Prälaten Einladungen von Papst Gregor IX. zu einem Konzil in Rom. Dieses Konzil sollte unter anderen dazu dienen ein gemeinsames Vorgehen gegen die Staufer abzustimmen. Das Konzil war für Ostern 1241 angesetzt.
1241
Kaiser Friedrich II. lässt zahlreiche Prälaten auf ihren Weg zum Konzil in Rom gefangen setzen. Um für seine Rechte zu kämpfen hatten seine Truppen Rom in einem Belagerungsring eingeschlossen. Die Kirchenmänner konnten so also nicht über den Landweg nach Rom einreisen. Die Kurie aber verfolgte nun eine riskante Strategie und wieß die Prälaten an den Belagerungsring mittels genuesischer Galeeren zu umfahren. Doch Kaiser Freidrich II. konnte mit Hilfe seiner schlagkräftigen sizilischen Flitte die Schiffe der Prälaten am 3. Mai unterhalt von Elba aufbringen. Über hundert Teilnehmer des Konzils gerieten in staufische Gefangenschaft.
Das Konzil sollte niemals stattfinden. Papst Gregor IX. verstarb am 21. August 1241. Friedrich II. konnte eine Weile verschnaufen bis ein neues Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt werden konnte.
Im Heiligen Römischen Reich selber finden wir in diesem geschichtsträchtigen Jahr ein gutes Beispiel für die Geschwindigkeit der mittelalterlichen Nachrichtenübermittlung. Am 10. September 1241 schlossen die Erzbischöfe von Köln und Mainz ein Bündnis gegen Kaiser Friedrich II. Im Text des Vertrages heißt es, dass sie hiermit ihre Haltung in dem Konflikt bestimmten, der gegenwärtig zwischen Friedrich II. und Papst Gregor IX. ausgetragen werde. Die Nachricht, dass Papst Gregor IX. verstorben war hatte das Rheinland also nach 3 Wochen noch nicht erreicht.
1243
Am 25. Juni wählen die Kardinäle Sinibaldus Fieschi zu Papst Innozenz IV. Verhandeln Papst und Kaiser anfangs noch um eine Lösung, kommen sie doch nicht zu einem Ergebnis.
1244
Am 7. Juli erreicht Papst Innozenz IV. seine Heimatstadt Genua, nachdem er mit Hilfe von genuesischen Schiffen der kaiserlichen Umklammerung in Rom entkommen war. Am Ende des Jahres verlegt er jedoch seine Residenz nach Lyon, dass zwar noch zum Heiligen Römischen reich gehörte, aber schon nahe genug an Paris war, dass der französische König schon starkten Einfluss nehmen konnte.
1245
Am 3. Januar verschickt der Papst Einladungen zu einer großen Kirchenversammlung in Lyon, die am Johannestag (24. Juni) desselben Jahres stattfinden wollte. Der Termin kann eingehalten werden und umfasst nur 150 Prälaten, überwiegend aus Spanien, Frankreich und vereinzelnd aus England und Italien. Die Erzbischöfe von Mainz und Köln waren vor Ostern zwar nach Lyon gereist um die Lage im Heiligen Römischen reich zu erörtern, brachen aber noch vor Beginn des Konzils wieder auf. Das Konzil wird am 28. Juni in der Kathedrale von Lyon eröffnet und kam insgesamt viermal offiziel zusammen. Dazwischen wurden Delegationen und Würdenträger empfangen. Am 17. Juli 1245 - in der Schlussversammlung - verkündete Papst Innozenz IV. die Absetzung Kaiser Friedrich's II. wegen vier schweren Verbrechen: wiederholter Meineid, Bruch des Friedens zwischen Kirche und reich, Gefangennahme von Prälaten auf dem Weg zum Konzil und erwiesene Ketzerei. Außerdem fordert er die wahlberechtigten Fürsten des Heiligen Römischen Reiches dazu auf einen neuen König zu wählen. Die Verkündung geschah nicht nach Beratung mit den Prälaten sondern wurde als göttliches Urteil proklammiert.
1246
Am
22. Mai wird Heinrich Rapse in Veitshöcheim von den Erzbischöfen von
Köln und Mainz gemeinsam mit verschiedenen Bischöfen, Grafen und Herren
in Gegenwart eines päpstlichen Legaten zum deutschen König gewählt. Die
Tatsache, dass nur zwei aus dem Kreis der Königswähler dies beschlossen
hatten sorgte für Unmut. Zwar gelten die Königswähler erst seit der
Goldenen Bulle als eindeutig festgelegt, doch es gibt deutliche
Hinweise im Sachsenspiegel, dass die Zeitgenossen im 13. Jahrhundert
eine genaue Vorstellung darüber hatten wer den König zu wählen hatte.
Am 16. Februar verstirbt Heinrich Raspe an einer Krankheit. Ein halbes Jahr später, am 3. Oktober wird Wilhelm von Holland zum römisch-deutschen König gewählt. Der König von Böhmen, der Pfalzgraf, der Herzog von Sachsen oder der Markgraf von Brandenburg und somit alle weltlichen Fürsten, die laut dem Sachsenspiegel an der Wahl eines Königs beteiligt sein sollten waren nicht beteiligt. Wilhelm von Holland war ergo ein rein geistlich gewählter König.
Friedrich II. schien diese Wahl nicht zu beunruhigen. Eine Reaktion ist zumindest nicht rekonstruierbar.
Der Grundstein für den Kölner Dom wird am 15. August gelegt. Am 1. November wird Wilhem von Holland in Aachen gekrönt. Es handelt sich dabei nicht um die Originalkrone, die sich natürlich noch im Gewahrsam der Staufer befindet. Der Krönung ging eine Belagerung Aachens voraus, da die Stadt ihre Tore nicht freiwillig öffnen wollte. Die Öffnung der Tore konnte mittels einer Überflutung großer Teile Aachens durch den Deichbau holländischer Fachkräfte erzwungen werden.
Kaiser Freidrich II. stirbt am 13 Dezember. Papst Innozenz IV. begann sein Mitteilungsschreiben an die kirchlichen Würdenträger mit den Worten "Erfreue sich Himmel und frohlocke die Erde."
1247
Am 16. Februar verstirbt Heinrich Raspe an einer Krankheit. Ein halbes Jahr später, am 3. Oktober wird Wilhelm von Holland zum römisch-deutschen König gewählt. Der König von Böhmen, der Pfalzgraf, der Herzog von Sachsen oder der Markgraf von Brandenburg und somit alle weltlichen Fürsten, die laut dem Sachsenspiegel an der Wahl eines Königs beteiligt sein sollten waren nicht beteiligt. Wilhelm von Holland war ergo ein rein geistlich gewählter König.
Friedrich II. schien diese Wahl nicht zu beunruhigen. Eine Reaktion ist zumindest nicht rekonstruierbar.
1248
Der Grundstein für den Kölner Dom wird am 15. August gelegt. Am 1. November wird Wilhem von Holland in Aachen gekrönt. Es handelt sich dabei nicht um die Originalkrone, die sich natürlich noch im Gewahrsam der Staufer befindet. Der Krönung ging eine Belagerung Aachens voraus, da die Stadt ihre Tore nicht freiwillig öffnen wollte. Die Öffnung der Tore konnte mittels einer Überflutung großer Teile Aachens durch den Deichbau holländischer Fachkräfte erzwungen werden.
1249
Wilhelm von Holland betritt zum ersten Mal staufisches Gebiet als er gegen Frankfurt zieht. Der Vorstoß, der in Mainz seinen Anfang nimmt, führt ihn zwischen dem 9. und 16. Juli in Richtung Frankfurt. Doch er kommt nur bis Sachsenhausen, dass er nieder brennen lässt. Darauf hin kehrt er zurück nach Mainz um dort eine weiter Urkunde auszustellen.
1250
Wilhelm von Holland betritt zum ersten Mal staufisches Gebiet als er gegen Frankfurt zieht. Der Vorstoß, der in Mainz seinen Anfang nimmt, führt ihn zwischen dem 9. und 16. Juli in Richtung Frankfurt. Doch er kommt nur bis Sachsenhausen, dass er nieder brennen lässt. Darauf hin kehrt er zurück nach Mainz um dort eine weiter Urkunde auszustellen.
1250
Kaiser Freidrich II. stirbt am 13 Dezember. Papst Innozenz IV. begann sein Mitteilungsschreiben an die kirchlichen Würdenträger mit den Worten "Erfreue sich Himmel und frohlocke die Erde."
1251
Im April 1251 reist Wilhelm von Holland nach Lyon um Papst Innozenz IV. seine Aufwartung zu machen. Chronisten berichten, dass er dem Papst einige Respektbezeugung entgegen brachte gegen die sich seine staufischen Vorgänger immer gewehrt hatten. Bei einen Abendessen mit dem Papst am Gründonnerstag spricht der Biograph von "frater Wilhelm". Diese Bezeichnung, die sonst nur für Kardinäle vorgesehen war, unterschreibt das enge Bündnis zwischen Wilhelm von Holland und Papst Innozenz IV.
... wird fortgesetzt ....
Autor: Alexander Jäger
Quelle: "Interregnum" 2. Auflage von Martin Kaufhold
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